- Lyra-Eval Live-Runs (2x): Crisis-Recall-Gate auf Produktionsmodell (Groq llama-3.3-70b) BESTANDEN (6/6=100%); gpt-4o-mini-Fallback 83% -> Modellwahl sicherheitsrelevant -> Model-Pinning vorgeschlagen. Records unter docs/specs/diga/eval-records/. - 05d: Mail- + Anonymitäts-Strang (+18 Zeilen); username-GAP verifiziert + Fix dokumentiert. 04 (R-LYRA-01, R-DATA-07) + 05b nachgezogen. - Dok 07 Gebrauchsanweisung, Dok 09 PMS-Plan, Dok 10 QMS-Templates (v0). - Scope-Entscheidung Gründer 2026-06-11: RebreakMagic (inkl. Desktop) vorerst NICHT im zertifizierten DiGA-Scope (01/03/07 umgesetzt). - graphify-Artefakte (Hook-Rebuild) mitgenommen. Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
20 KiB
Risikomanagement-Akte (Erstliste) — Rebreak · v0 (Entwurf)
Dok 04 der DiGA-Technischen-Akte. Norm-Bezug: ISO 14971 (Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte), MDR Anh. I GSPR §§ 3–9, §17 (Software). Erstellt von Dr. Marlene Brandt (
diga-regulatory). Drafting / Erstliste — die reale Risiko-Bewertung und -Akzeptanz ist[Gründer-Entscheidung]+[Profi-Validierung].Ehrliche Grenze: Diese Liste identifiziert und strukturiert Gefährdungen aus dem bestehenden Produkt und schlägt Maßnahmen vor. Sie ist kein abgenommener Risikomanagement-Bericht. Schweregrad-/Wahrscheinlichkeits-Einstufung und die Entscheidung „Restrisiko akzeptabel" trifft der Hersteller (Gründer) gemeinsam mit einem Risikomanagement-/Regulatory-Profi und – wo medizinisch – mit der klinischen Seite (Uni Bremen, Dok 06).
1. Methodik & Bewertungsskalen
Risiko = Schweregrad × Wahrscheinlichkeit (ISO 14971). Gefährdung → Gefährdungs- situation → mögliche Schädigung. Maßnahmen folgen der Risikobeherrschungs-Reihenfolge (ISO 14971 §7.1): (1) inhärent sicheres Design, (2) Schutzmaßnahmen im Produkt, (3) Informationen zur Sicherheit (Labeling/Gebrauchsanweisung Dok 07).
Schweregrad (S):
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| S1 vernachlässigbar | kurzzeitiges Unbehagen, kein gesundheitlicher Schaden |
| S2 marginal | vorübergehende, reversible Beeinträchtigung |
| S3 kritisch | ernsthafte Schädigung — z.B. finanzieller Ruin durch Rückfall, schwere psychische Belastung |
| S4 katastrophal | dauerhafte schwere Schädigung / Lebensgefahr (z.B. verpasste Suizidalität) |
Wahrscheinlichkeit (W): W1 unwahrscheinlich · W2 selten · W3 gelegentlich · W4 wahrscheinlich.
[Profi-Validierung]Die konkreten S-/W-Werte unten sind erste Hypothesen zur Priorisierung. Sie sind in einer formalen FMEA/Risikoanalyse mit dem Profi zu verifizieren — insbesondere die Wahrscheinlichkeiten, für die belastbare Daten erst aus Nutzung/Studie (Dok 06) kommen.
Besonderheit Suchterkrankung (Kontext): Das Indikationsgebiet (Glücksspielstörung, ICD-10 F63.0) ist eng mit psychischer Krise und Suizidalität assoziiert. Das hebt den Schweregrad mehrerer Software-Fehlfunktionen auf S3–S4 an — anders als bei einer typischen Wellness-App. Diese Einordnung ist der rote Faden dieser Akte.
2. Risikotabelle
Legende Spalten: ID · Gefährdung · Gefährdungssituation → mögliche Schädigung · S · W · Maßnahme(n) · REQ-Bezug (Dok 03) · Restrisiko/Notiz.
2.1 Lyra-Fehlverhalten / verpasste Krise (höchste Priorität)
| ID | Gefährdung → Schädigung | S | W | Maßnahme | REQ | Restrisiko |
|---|---|---|---|---|---|---|
| R-LYRA-01 | Lyra erkennt eine akute Krise / Suizidalität nicht und behandelt sie als normalen Spielimpuls → verpasste Eskalation, im Extremfall Selbstgefährdung. | S4 | W2 | (Design) Statische, LLM-unabhängige Krisen-Hilfe-Seite mit Hotlines + Notruf 112 (REQ-LYRA-004); System-Prompt-Regel „bei ernsthaften Krisen IMMER auf Hilfe verweisen" (REQ-LYRA-003). Implementiert 2026-06-07: deterministischer Krisen-/Suizid-Keyword-Pre-Filter (backend/server/utils/crisis-filter.ts) läuft vor dem LLM in sos-session.post.ts; Krisen-Chips werden als crisis_chips-Event vor LLM-Antwort in sos-stream.get.ts gesendet. LLM-Timeout/Leer-Fallback implementiert (kein leerer Screen möglich). Unit-Tests in backend/tests/crisis/crisis-filter.test.ts (DE/EN, crisis.json + harmless.json). LLM-Eval-Suite existiert (tests/eval/lyra-eval.test.ts). Live-Run 2026-06-10: Crisis-Recall auf dem produktiven Pro-Modell (Groq llama-3.3-70b) 6/6 = 100% — Gate bestanden (Record: eval-records/2026-06-10-groq-llama-3.3-70b.md); Fallback-Modell-Run (gpt-4o-mini) zeigte nur 83% → Modellwahl ist sicherheitsrelevant → Model-Pinning-Requirement vorgeschlagen. |
LYRA-001/003/004 | MITTEL (reduziert) — Pre-Filter + LLM-unabhängiger Fallback implementiert, Crisis-Recall-Gate auf Pro-Produktionsmodell verifiziert. Offen: Legend-Modell (Haiku 4.5) ungetestet, Eval-System-Prompt ≠ Produktions-Prompt (Paritäts-Nachweis), klinische Validierung der Pattern-Liste + lyra-persona-Review der Fallback-Texte. [Profi-Validierung] + klinisch. |
| R-LYRA-02 | Lyra wird als therapeutische Instanz missverstanden (User hält KI für Behandler) → unterlassene Inanspruchnahme echter Hilfe, falsches Vertrauen. | S3 | W3 | Prompt-Regel „Du bist KEIN Therapeut/Arzt" (REQ-LYRA-002); Labeling „kein Therapieersatz" (Dok 01 §6, Dok 07). | LYRA-002 | Mittel — verbal abgesichert, nicht erzwungen. Verifikation offen. |
| R-LYRA-03 | Hotline-/Notruf-Verweis fehlt oder ist landesfalsch (Sprache/Region) → User in Krise ohne Anlaufstelle. | S4 | W1 | Statische Krisen-Seite mit DE-Hotlines (REQ-LYRA-004); sprachabhängige Krisen-Verweise (REQ-NFR-005). | LYRA-003/004 | Mittel — nur DE-Hotlines statisch hinterlegt; AT/CH nur im Prompt. [Gründer-Entscheidung] Länder-Abdeckung. |
| R-LYRA-04 | LLM-/Backend-Ausfall im SOS-Moment → User im akuten Druck erhält keine Begleitung (stummer Hänger). | S3 | W2 | Definierter Fehlerpfad (502/503) + Frontend-Fallback /coach/message (REQ-LYRA-005); statische Hilfe-Seite + Atemübung funktionieren offline (REQ-SOS-001/002, REQ-LYRA-004). |
LYRA-005, SOS-001 | Mittel — degradierter Pfad existiert; Verifikation der Fallback-Kette offen. |
| R-LYRA-05 | Lyra bringt im Krisenmoment Sales-/Pricing-/Setup-Inhalte → Vertrauensbruch, Ablenkung von der Krise. | S2 | W2 | SOS-MODE-LOCK im System-Prompt (REQ-LYRA-008). | LYRA-008 | Niedrig — Prompt-gesteuert; LLM-Adhärenz nicht garantiert. |
| R-LYRA-06 | Lyra gibt schädlichen/falschen Rat (z.B. „ein letztes Spiel ist ok", Verharmlosung) → Rückfall-Begünstigung. | S3 | W2 | CBT-Framing + Anti-Glücksspiel-Haltung im Prompt; erforderlich: Golden-Prompt-Eval gegen Fehlverhalten (Dok 05b §1.4). | LYRA-001 | Mittel-Hoch — ohne Eval nicht messbar. An R-LYRA-01 gekoppelt. |
2.2 Falsche Sicherheit (User verlässt sich auf lückenhaften Schutz)
| ID | Gefährdung → Schädigung | S | W | Maßnahme | REQ | Restrisiko |
|---|---|---|---|---|---|---|
| R-FALSE-01 | User glaubt vollständig geschützt zu sein, aber Schicht 1 ist (z.B. nach OS-Kill) inaktiv → ungeschützter Zugriff auf Glücksspiel, Rückfall. | S3 | W3 | Zwei-Schicht-Architektur als Auffangnetz (REQ-PROT-004); Self-Healing (REQ-PROT-009); Bypass-Phase-Signal (REQ-PROT-010); ehrliche UI-Statusanzeige. | PROT-004/009/010 | Mittel — Auffangnetz nur iOS, ≤50 Domains. Statusanzeige-Korrektheit verifizieren (Dok 05b §2.2). |
| R-FALSE-02 | Schicht-2-Liste wechselt nicht beim Auslandsaufenthalt → lokal beliebte Glücksspielseiten ungeblockt. | S3 | W2 | MCC-basierter Auto-Switch (REQ-PROT-005). | PROT-005 | Mittel — Country-Detection-Zuverlässigkeit ungetestet. |
| R-FALSE-03 | Backend nicht erreichbar → Schutz-/Cooldown-Status falsch interpretiert → Schutz fälschlich als „aus" oder Bypass unentdeckt. | S3 | W2 | Sicheres Degradieren: Schutz bleibt lokal aktiv, konservativ „kein Cooldown" (REQ-NFR-004); Self-Heal bei Foreground (REQ-PROT-009). | NFR-004, PROT-009 | Niedrig-Mittel — defensiv kodiert. |
| R-FALSE-04 | User wähnt eine Trigger-Seite geschützt, hat sie aber nicht als Custom-Domain hinzugefügt / Slot voll → ungeblockt. | S2 | W3 | Klare Slot-/Limit-Kommunikation; Vorschlag-an-globale-Liste (REQ-PROT-011); Labeling „Schutz erschwert, garantiert nicht vollständig" (Dok 01 §7). | PROT-011 | Niedrig — bewusst kommuniziert. |
| R-FALSE-05 | Frisch hinzugefügte Domain greift erst nach Sync/DNS-Cache-Ablauf → kurzes Schutzfenster offen, User erwartet Sofort-Schutz. | S2 | W3 | Nutzer-Hinweis auf Sync-Verzögerung (REQ-PROT-013). | PROT-013 | Niedrig — Lag systembedingt (MEMORY: blocklist/DNS-Cache-Lag). |
| R-FALSE-06 | Streak-Anzeige „X spielfreie Tage" suggeriert Erfolg, obwohl Spiel über Bargeld/Fremdgerät unerfasst stattfand → falsches Sicherheitsgefühl, Verzerrung der Selbsteinschätzung. | S2 | W3 | Ehrliche Rahmung im Labeling (Dok 07): Tracking basiert auf App-Signalen, kein lückenloser Nachweis. | STREAK-001 | Niedrig-Mittel — Labeling-abhängig. [Gründer-Entscheidung] Wording. |
2.3 Schutz-Umgehung (Bypass im Impulsmoment)
| ID | Gefährdung → Schädigung | S | W | Maßnahme | REQ | Restrisiko |
|---|---|---|---|---|---|---|
| R-BYP-01 | User deaktiviert im akuten Impuls den Schutz (App löschen, VPN aus, Zweitgerät) → sofortiger Rückfall. | S3 | W3 | Cooldown (24 h/6 h) hält Schutz im Impuls aktiv (REQ-PROT-006); Tamper-Lock Android (REQ-PROT-003); RebreakMagic-Lock (REQ-MAGIC-001/002); Geräte-Limit + Lock bei Wechsel (REQ-AUTH-002). | PROT-006, MAGIC-001/002, AUTH-002 | Mittel — kein Schutz ist 100% (Bargeld, fremde Geräte) — bewusste Grenze (Dok 01 §7). |
| R-BYP-02 | Uhr-Manipulation am Gerät umgeht Cooldown → vorzeitige Deaktivierung. | S3 | W2 | Server-time-authoritativer Cooldown (REQ-PROT-007). | PROT-007 | Niedrig — serverseitig abgesichert. |
| R-BYP-03 | Gegenteiliges Risiko: legitimer Ausstieg nach Cooldown scheitert (Device-Admin/Tamper-Lock blockt Deinstallation) → User „eingesperrt", Autonomie-/Vertrauensverlust, ggf. Belastung. | S3 | W2 | Disarm-Reihenfolge: Tamper-Lock + Device-Admin vor disable() (REQ-PROT-008); 24 h-Release abbrechbar (REQ-MAGIC-002). |
PROT-008, MAGIC-004 | Mittel — ethisch + haftungsrelevant: Selbstbindung darf nicht zur Falle werden. [Profi-Validierung]. Labeling Dok 07. |
| R-BYP-04 | User will Custom-Domain im Klar-Moment entfernen, kann es designbedingt nicht → Frustration, ggf. Vertrauensverlust. | S2 | W2 | Bewusstes Anti-Impuls-Design (REQ-PROT-012); Team-Removal-Pfad; sanfte Lyra-Erklärung. | PROT-012 | Niedrig — gewollt; Support-Pfad nötig. |
2.4 Datenschutz / Art-9-Datenleck (Spiegelung zu Dok 08 — Owner: Hans)
Diese Zeilen spiegeln die datenschutzrechtlichen Befunde aus Dok 08 (Hans Müller) in die ISO-14971-Logik. Datenschutz-Maßnahme und Risikomaßnahme sind hier oft deckungsgleich (Dok 08 §2.2 weist explizit darauf hin). Owner der Umsetzung: Hans /
rebreak-backend— hier nur als Patientensicherheits-/Schadens-Risiko geführt.
| ID | Gefährdung → Schädigung | S | W | Maßnahme | REQ | Restrisiko |
|---|---|---|---|---|---|---|
| R-DATA-01 | Leak gespeicherter Credentials/Account-Daten → Identifizierung als „Sucht-App-Nutzer" → realer Schaden (Stigma, Arbeitsplatz, Versicherung; Erw.gr. 75). | S3 | W1 | AES-256-GCM at rest (REQ-MAIL-007); Hosting DE/EU (REQ-NFR-001); Supabase self-hosted. Owner Hans: Dok 08 §2.1/§2.5. | MAIL-007, NFR-001 | Mittel — Pentest/BSI offen (Dok 08 §3). |
| R-DATA-02 | Mail-Agent verarbeitet mehr als nötig (Body-Inhalte, Treffer-Persistenz) → übermäßige Art-9-Datenhaltung. | S3 | W2 | Datenminimierung: nur Absender/Betreff (REQ-MAIL-005). Owner Hans: Dok 08 §2.1 „zu verifizieren". | MAIL-005 | Offen — Umfang im Code zu belegen (Dok 08 H5). |
| R-DATA-03 | Postfach-Scan ohne tragfähige Einwilligung → Rechtsverstoß + Vertrauensbruch. | S3 | W1 | Consent-Gate consent_at, kein Scan ohne Consent (REQ-MAIL-006). Owner Hans: Dok 08 §2.1. |
MAIL-006 | Niedrig-Mittel — Consent-Text-Qualität zu prüfen. |
| R-DATA-04 | Lyra extrahiert heimlich Demografie/Profildaten aus Chats → Zweckbindungsbruch, intransparente Profilbildung. | S2 | W2 | Strikte Narrativ/Profil-Trennung im Prompt (REQ-LYRA-006, REQ-DEMO-002). Owner Hans: Dok 08 §2.2 (vorbildlich). | LYRA-006, DEMO-002 | Niedrig — Prompt-gesteuert; negativer Testfall fehlt (Dok 05b §2.5). |
| R-DATA-05 | Übermittlung von Art-9-Chatinhalten an US-Subprozessor (Groq) inkl. direkter Identifikatoren → Drittland-Transfer-Risiko, FISA-702-Exposition. | S3 | W2 | Pseudonymisierung vor Transfer, kein Klarname/E-Mail/User-ID (REQ-LYRA-007); SCC + TIA + ZDR (REQ-NFR-002). Owner Hans: Dok 08 §2.2 (K1–K3, Kritisch). | LYRA-007, NFR-002 | HOCH bis Pseudonymisierung + ZDR stehen (Dok 08). |
| R-DATA-06 | DiGA-Auswertungsdaten (SOS-Sessions volle Chats, Urge-Logs, Demografie) ohne klare Rechtsgrundlage/Löschkonzept → Art-9-Haftung. | S3 | W2 | Rechtsgrundlage lit. a → lit. h ab DiGA-Listung (Dok 08 §2.7, hängt an Dok 01); Lösch-Endpoint (REQ-DEMO-004, REQ-NFR-003). Owner Hans. | LYRA-010, SOS-004, DEMO-001/004 | Mittel — VVT/DSFA offen (Dok 08 H1/H2). |
| R-DATA-07 | Anonymitätsbruch: Klarname/E-Mail leakt in Community/DM/Realtime/Push/Logs → De-Anonymisierung eines Sucht-Betroffenen. | S3 | W2 | Anonymität-by-Design (Nickname-only, REQ-COMM-005); Moderation (REQ-COMM-004). Owner Hans: Dok 08 §2.4 (Payload prüfen). Befund + Fix 2026-06-10: username (= Login-Identifikator, s. auth/login.post.ts L100) wurde in community/posts.get.ts + social/profile/[userId].get.ts an fremde Clients emittiert — Risiko auf Code-Ebene real eingetreten; Feld aus beiden Payloads entfernt (lokal, Deploy ausstehend, Details Dok 05d §2c). |
COMM-005, COMM-004 | Mittel-Hoch — Einzelbefund gefixt, aber weiterhin kein Invarianz-Test (RM-4); Nickname-Fallback-Ketten zeigen bei fehlendem Nickname weiterhin den Login-Username. Ein Leck bricht den ganzen Schutz. |
| R-DATA-08 | Betroffenenrechte (Löschung) unvollständig (Soft-Delete, kein OAuth-Revoke, kein Groq-Delete) → Daten überdauern Widerruf. | S2 | W2 | Echtes Cascade-Delete + Provider-Revoke (REQ-NFR-003). Owner Hans/Backend: Dok 08 H4. | NFR-003 | Mittel — Umsetzung offen. |
| R-DATA-09 | Block-Mechanismus erzeugt eine zentral beobachtbare Spur „Nutzer X wollte auf Glücksspielseite Y" (z.B. via Sinkhole-/Redirect-Logs oder branded Block-Page) → De-Anonymisierungs-/Stigma-Risiko bei Art-9-Betroffenen. | S3 | W1 | (Inhärent sicheres Design, Entscheidung 2026-06-10): Geblockte Domains werden per DNS-NXDOMAIN abgewiesen — kein Sinkhole, keine Block-Page, kein Redirect. Es entsteht keine serverseitig auf die Person rückführbare „Zugriffsversuch"-Liste; zusätzlich vermeidet NXDOMAIN die TLS-Zertifikats-Wall einer HTTPS-Block-Page. (REQ-PROT-001). | PROT-001 | Niedrig — by-Design gemindert. Diese Entscheidung ist eine bewusste Risiko-Mitigation (Detection-/Stigma-Schutz), nicht nur eine technische Wahl. [Gründer-Entscheidung] bestätigt. |
2.5 Mail-Filter-Fehlfunktion
| ID | Gefährdung → Schädigung | S | W | Maßnahme | REQ | Restrisiko |
|---|---|---|---|---|---|---|
| R-MAIL-01 | Trigger-Mail wird nicht erkannt (False Negative) → Casino-Werbung erreicht User, Rückfall-Auslöser. | S3 | W3 | Mehrstufiger gewichteter Score + Brand-Token-Matching + Echtzeit-Daemon (REQ-MAIL-001/002/003). | MAIL-001/002/003 | Mittel — kein Filter ist vollständig; Labeling „erschwert" (Dok 01 §7). |
| R-MAIL-02 | Legitime Mail wird gelöscht (False Positive) → Datenverlust (z.B. Rechnung, persönliche Mail). | S2 | W2 | Whitelist (REQ-MAIL-004); deterministische Schwelle; Hard-Block erst ab Score ≥ 80 (REQ-MAIL-003). | MAIL-003/004 | Mittel — Verlust irreversibel falls permanent gelöscht. Verhalten je Provider prüfen (05b §2.7). |
| R-MAIL-03 | LLM-gestützte Mittelband-Klassifikation (Score 25–79) → nicht-deterministisches Lösch-/Pass-Verhalten + ggf. Inhalt an LLM. | S2 | W2 | Deterministische Schwellen dominieren; LLM nur eng begrenzt; Datenschutz-Bewertung des LLM-Pfads (an R-DATA-05). | MAIL-003 | Mittel — Eval des Mail-LLM-Pfads offen. |
2.6 Spiele / SOS-Werkzeuge
| ID | Gefährdung → Schädigung | S | W | Maßnahme | REQ | Restrisiko |
|---|---|---|---|---|---|---|
| R-SOS-01 | Ablenkungs-Spiele mit Punkten/Ranking triggern bei manchen Betroffenen Glücksspiel-ähnliche Belohnungsschleifen → kontraproduktiv. | S2 | W2 | Bewusst Skill-Spiele, kein Zufall/Glücksspiel (REQ-SOS-003); keine Geld-/Wett-Mechanik. Klinisch zu prüfen (Dok 06). | SOS-003 | Mittel — individuell variabel. [Gründer-Entscheidung] + klinisch validieren. |
3. Top-Risiken (Priorisierung für Gründer & Profi)
In absteigender Priorität — das sind die Zeilen, die den größten Handlungsbedarf markieren:
- R-LYRA-01 — verpasste Krise/Suizidalität (S4). Höchster Schweregrad. Die
risikomindernden Maßnahmen sind technisch implementiert (deterministischer
Krisen-Keyword-Pre-Filter
crisis-filter.ts+ Unit-Tests + LLM-unabhängiger Fallback- Lyra-Eval-Suite
tests/eval/lyra-eval.test.ts, Stand 2026-06-07/06-10) — aber der wirksamkeitsbelegende Nachweis fehlt noch: kein dokumentierter Live-Run der Eval-Suite gegen das produktive LLM (Crisis-Detection-Recall ist nicht als Verifikations-Record archiviert; Dok 05b §1.4/§4.2, Dok 05c). Eine S4-Risikomaßnahme ohne reproduzierbaren Verifikationsnachweis ist für ein Medizinprodukt unzureichend (IEC 62304 §5.6). Dies bleibt der wichtigste Einzel-Punkt der gesamten Akte — der nächste Schritt ist nicht „bauen", sondern den Live-Run-Record erzeugen + klinische Validierung der Pattern-Liste.
- Lyra-Eval-Suite
- R-DATA-05 — Art-9-Chatinhalte an Groq/USA (S3, Hoch). Drittland-Transfer sensibelster Daten; bleibt kritisch, bis Pseudonymisierung + ZDR + SCC/TIA stehen (Owner Hans, Dok 08 §2.2).
- R-DATA-07 — Anonymitätsbruch (S3). Ein einziges Klarnamen-Leck de-anonymisiert einen Sucht-Betroffenen; aktuell ungetestet (Dok 05b §2.3, Dok 08 §2.4).
- R-FALSE-01 — falsche Sicherheit bei inaktivem Schutz (S3). User verlässt sich auf Schutz, der (z.B. nach OS-Kill) eine Lücke hat.
- R-BYP-03 — Selbstbindung wird zur Falle (S3). Das ethisch heikle Gegen-Risiko: legitimer Ausstieg nach Cooldown muss zuverlässig funktionieren.
- R-MAIL-02 — irreversibles Löschen legitimer Mail (S2, aber irreversibel).
4. Offene Aktivitäten (Risikomanagement-Prozess)
| # | Aktivität | Owner | Bezug |
|---|---|---|---|
| RM-1 | Formale FMEA/Risikoanalyse mit S/W-Werten + Akzeptanzkriterien | Profi + Gründer | ISO 14971 §5–7 |
| RM-2 | Krisen-Detection + Lyra-Eval-Suite sind implementiert → jetzt dokumentierten Live-Run-Verifikationsrecord erzeugen (Crisis-Recall-Ziel 100 %) + klinische Validierung der Pattern-Liste | Ahmed (Live-Run) + klinisch (Pattern) | R-LYRA-01/03/06, Dok 05b §4.2, Dok 05c |
| RM-3 | Verifikations-Testfälle je Risikomaßnahme definieren (Maestro/Vitest-Mapping) | Ahmed | Dok 05b §3.3 |
| RM-4 | Anonymitäts-Invarianz-Test (kein PII in API/Realtime/Log) | Backend + Hans | R-DATA-07 |
| RM-5 | Restrisiko-Nutzen-Abwägung (gesamt) | Gründer + Profi + klinisch | ISO 14971 §8 |
| RM-6 | Risiken → Warnhinweise/Gebrauchsanweisung überführen | Marlene (Dok 07) | ISO 14971 §7.1(3) |
| RM-7 | Datenschutz-Risiken (R-DATA-*) in DSFA spiegeln | Hans | Dok 08 H2 |
5. Andockpunkte (Koordination)
| Dieses Dokument (Risiko) | Andockpunkt |
|---|---|
| Jede Risikomaßnahme verweist auf eine REQ-ID | Dok 03 Requirements (Spalte REQ) |
| Sicherheitsrelevante Risiken brauchen Verifikations-Testfälle | Dok 05b Test (Ahmed) §3.3 — Mapping-Anker geliefert |
| R-DATA-* spiegeln Dok-08-Befunde in ISO-14971 | Dok 08 Datenschutz (Hans) §2.2/§2.4 — Maßnahmen deckungsgleich |
| Schweregrad-Anhebung durch Krisennähe; Wirksamkeits-/Spiel-Risiken | Dok 06 Klinische Bewertung (Uni Bremen) |
| Risiken → Warnhinweise | Dok 07 Gebrauchsanweisung/Labeling |
| Risikoklasse beeinflusst Software-Sicherheitsklasse | Dok 02 Klassifizierung + Dok 05 (IEC 62304) |
6. Quellen / Normen
- ISO 14971 (Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte).
- IEC 62304 §4.3 (Software-Sicherheitsklassen), §7 (Risikomanagement-Software-Items).
- MDR (EU) 2017/745, Anh. I GSPR §§ 3–9, §17.
- DSGVO Art. 9, Erw.gr. 75 (Schaden bei besonderen Kategorien) — via Dok 08.
- Interne Quellen:
apps/rebreak-native/lib/protection.ts,lib/sosPrompts.ts,backend/server/api/coach/*,backend/server/utils/mail-classifier.ts,backend/MAGIC_API.md, Dok 01/03/05b/08.
v0-Erstliste. Schweregrad-/Wahrscheinlichkeits-Werte sind Priorisierungs-Hypothesen,
keine abgenommene Bewertung. Risikoakzeptanz und Nutzen-Risiko-Abwägung sind
[Gründer-Entscheidung] + [Profi-Validierung].