rebreak-monorepo/docs/specs/diga/04-risiko-akte-v0.md
chahinebrini ac05e255da feat(diga): Technische-Akte Runde 1+2 — Requirements, Risiko-Akte, Datenschutz-Audit, Lyra-Eval
DiGA-Dossier weiter aufgebaut (docs/specs/diga/):
- 03 Requirements (57 REQ-IDs aus dem Code, Traceability-Anker)
- 04 Risiko-Akte (ISO 14971 Erstliste; R-LYRA-01 = verpasste Krise als Top-Risiko)
- 05b Test-Verifikation (Maestro/Vitest-Inventar, IEC-62304-Luecken)
- 05c Lyra-Eval (Suite-Doku)
- 08 Datenschutz-Audit (hans-mueller; Groq/Art.9, DSFA-Pflicht, Mail-Agent, Anonymitaet)
- 00 Dossier-Plan Status aktualisiert

Lyra-Eval-Suite: backend/tests/eval/ (30 Prompts, 5 Kategorien, Vitest-Runner,
Mock-Modus ohne Key; Live-Run misst Crisis-Recall).

Konvergenter Befund aller 3 Agents: Lyras Krisen-Pfad haengt zu sehr am LLM
(R-LYRA-01 + fehlender SOS-Handler-Fallback) -> deterministisches Sicherheitsnetz noetig.

Co-Authored-By: Claude Opus 4.8 <noreply@anthropic.com>
2026-06-07 07:38:11 +02:00

17 KiB
Raw Blame History

Risikomanagement-Akte (Erstliste) — Rebreak · v0 (Entwurf)

Dok 04 der DiGA-Technischen-Akte. Norm-Bezug: ISO 14971 (Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte), MDR Anh. I GSPR §§ 39, §17 (Software). Erstellt von Dr. Marlene Brandt (diga-regulatory). Drafting / Erstliste — die reale Risiko-Bewertung und -Akzeptanz ist [Gründer-Entscheidung] + [Profi-Validierung].

Ehrliche Grenze: Diese Liste identifiziert und strukturiert Gefährdungen aus dem bestehenden Produkt und schlägt Maßnahmen vor. Sie ist kein abgenommener Risikomanagement-Bericht. Schweregrad-/Wahrscheinlichkeits-Einstufung und die Entscheidung „Restrisiko akzeptabel" trifft der Hersteller (Gründer) gemeinsam mit einem Risikomanagement-/Regulatory-Profi und wo medizinisch mit der klinischen Seite (Uni Bremen, Dok 06).


1. Methodik & Bewertungsskalen

Risiko = Schweregrad × Wahrscheinlichkeit (ISO 14971). Gefährdung → Gefährdungs- situation → mögliche Schädigung. Maßnahmen folgen der Risikobeherrschungs-Reihenfolge (ISO 14971 §7.1): (1) inhärent sicheres Design, (2) Schutzmaßnahmen im Produkt, (3) Informationen zur Sicherheit (Labeling/Gebrauchsanweisung Dok 07).

Schweregrad (S):

Stufe Bedeutung
S1 vernachlässigbar kurzzeitiges Unbehagen, kein gesundheitlicher Schaden
S2 marginal vorübergehende, reversible Beeinträchtigung
S3 kritisch ernsthafte Schädigung — z.B. finanzieller Ruin durch Rückfall, schwere psychische Belastung
S4 katastrophal dauerhafte schwere Schädigung / Lebensgefahr (z.B. verpasste Suizidalität)

Wahrscheinlichkeit (W): W1 unwahrscheinlich · W2 selten · W3 gelegentlich · W4 wahrscheinlich.

[Profi-Validierung] Die konkreten S-/W-Werte unten sind erste Hypothesen zur Priorisierung. Sie sind in einer formalen FMEA/Risikoanalyse mit dem Profi zu verifizieren — insbesondere die Wahrscheinlichkeiten, für die belastbare Daten erst aus Nutzung/Studie (Dok 06) kommen.

Besonderheit Suchterkrankung (Kontext): Das Indikationsgebiet (Glücksspielstörung, ICD-10 F63.0) ist eng mit psychischer Krise und Suizidalität assoziiert. Das hebt den Schweregrad mehrerer Software-Fehlfunktionen auf S3S4 an — anders als bei einer typischen Wellness-App. Diese Einordnung ist der rote Faden dieser Akte.


2. Risikotabelle

Legende Spalten: ID · Gefährdung · Gefährdungssituation → mögliche Schädigung · S · W · Maßnahme(n) · REQ-Bezug (Dok 03) · Restrisiko/Notiz.

2.1 Lyra-Fehlverhalten / verpasste Krise (höchste Priorität)

ID Gefährdung → Schädigung S W Maßnahme REQ Restrisiko
R-LYRA-01 Lyra erkennt eine akute Krise / Suizidalität nicht und behandelt sie als normalen Spielimpuls → verpasste Eskalation, im Extremfall Selbstgefährdung. S4 W2 (Design) Statische, LLM-unabhängige Krisen-Hilfe-Seite mit Hotlines + Notruf 112 (REQ-LYRA-004); System-Prompt-Regel „bei ernsthaften Krisen IMMER auf Hilfe verweisen" (REQ-LYRA-003). Geplant/erforderlich: deterministischer Krisen-/Suizid-Keyword-Trigger vor dem LLM + LLM-Eval-Suite (Crisis-Recall-Messung). LYRA-001/003/004 HOCH — aktuell keine deterministische Crisis-Detection, keine Eval (Dok 05b §1.4/§2.1). Top-Risiko. [Profi-Validierung] + klinisch.
R-LYRA-02 Lyra wird als therapeutische Instanz missverstanden (User hält KI für Behandler) → unterlassene Inanspruchnahme echter Hilfe, falsches Vertrauen. S3 W3 Prompt-Regel „Du bist KEIN Therapeut/Arzt" (REQ-LYRA-002); Labeling „kein Therapieersatz" (Dok 01 §6, Dok 07). LYRA-002 Mittel — verbal abgesichert, nicht erzwungen. Verifikation offen.
R-LYRA-03 Hotline-/Notruf-Verweis fehlt oder ist landesfalsch (Sprache/Region) → User in Krise ohne Anlaufstelle. S4 W1 Statische Krisen-Seite mit DE-Hotlines (REQ-LYRA-004); sprachabhängige Krisen-Verweise (REQ-NFR-005). LYRA-003/004 Mittel — nur DE-Hotlines statisch hinterlegt; AT/CH nur im Prompt. [Gründer-Entscheidung] Länder-Abdeckung.
R-LYRA-04 LLM-/Backend-Ausfall im SOS-Moment → User im akuten Druck erhält keine Begleitung (stummer Hänger). S3 W2 Definierter Fehlerpfad (502/503) + Frontend-Fallback /coach/message (REQ-LYRA-005); statische Hilfe-Seite + Atemübung funktionieren offline (REQ-SOS-001/002, REQ-LYRA-004). LYRA-005, SOS-001 Mittel — degradierter Pfad existiert; Verifikation der Fallback-Kette offen.
R-LYRA-05 Lyra bringt im Krisenmoment Sales-/Pricing-/Setup-Inhalte → Vertrauensbruch, Ablenkung von der Krise. S2 W2 SOS-MODE-LOCK im System-Prompt (REQ-LYRA-008). LYRA-008 Niedrig — Prompt-gesteuert; LLM-Adhärenz nicht garantiert.
R-LYRA-06 Lyra gibt schädlichen/falschen Rat (z.B. „ein letztes Spiel ist ok", Verharmlosung) → Rückfall-Begünstigung. S3 W2 CBT-Framing + Anti-Glücksspiel-Haltung im Prompt; erforderlich: Golden-Prompt-Eval gegen Fehlverhalten (Dok 05b §1.4). LYRA-001 Mittel-Hoch — ohne Eval nicht messbar. An R-LYRA-01 gekoppelt.

2.2 Falsche Sicherheit (User verlässt sich auf lückenhaften Schutz)

ID Gefährdung → Schädigung S W Maßnahme REQ Restrisiko
R-FALSE-01 User glaubt vollständig geschützt zu sein, aber Schicht 1 ist (z.B. nach OS-Kill) inaktiv → ungeschützter Zugriff auf Glücksspiel, Rückfall. S3 W3 Zwei-Schicht-Architektur als Auffangnetz (REQ-PROT-004); Self-Healing (REQ-PROT-009); Bypass-Phase-Signal (REQ-PROT-010); ehrliche UI-Statusanzeige. PROT-004/009/010 Mittel — Auffangnetz nur iOS, ≤50 Domains. Statusanzeige-Korrektheit verifizieren (Dok 05b §2.2).
R-FALSE-02 Schicht-2-Liste wechselt nicht beim Auslandsaufenthalt → lokal beliebte Glücksspielseiten ungeblockt. S3 W2 MCC-basierter Auto-Switch (REQ-PROT-005). PROT-005 Mittel — Country-Detection-Zuverlässigkeit ungetestet.
R-FALSE-03 Backend nicht erreichbar → Schutz-/Cooldown-Status falsch interpretiert → Schutz fälschlich als „aus" oder Bypass unentdeckt. S3 W2 Sicheres Degradieren: Schutz bleibt lokal aktiv, konservativ „kein Cooldown" (REQ-NFR-004); Self-Heal bei Foreground (REQ-PROT-009). NFR-004, PROT-009 Niedrig-Mittel — defensiv kodiert.
R-FALSE-04 User wähnt eine Trigger-Seite geschützt, hat sie aber nicht als Custom-Domain hinzugefügt / Slot voll → ungeblockt. S2 W3 Klare Slot-/Limit-Kommunikation; Vorschlag-an-globale-Liste (REQ-PROT-011); Labeling „Schutz erschwert, garantiert nicht vollständig" (Dok 01 §7). PROT-011 Niedrig — bewusst kommuniziert.
R-FALSE-05 Frisch hinzugefügte Domain greift erst nach Sync/DNS-Cache-Ablauf → kurzes Schutzfenster offen, User erwartet Sofort-Schutz. S2 W3 Nutzer-Hinweis auf Sync-Verzögerung (REQ-PROT-013). PROT-013 Niedrig — Lag systembedingt (MEMORY: blocklist/DNS-Cache-Lag).
R-FALSE-06 Streak-Anzeige „X spielfreie Tage" suggeriert Erfolg, obwohl Spiel über Bargeld/Fremdgerät unerfasst stattfand → falsches Sicherheitsgefühl, Verzerrung der Selbsteinschätzung. S2 W3 Ehrliche Rahmung im Labeling (Dok 07): Tracking basiert auf App-Signalen, kein lückenloser Nachweis. STREAK-001 Niedrig-Mittel — Labeling-abhängig. [Gründer-Entscheidung] Wording.

2.3 Schutz-Umgehung (Bypass im Impulsmoment)

ID Gefährdung → Schädigung S W Maßnahme REQ Restrisiko
R-BYP-01 User deaktiviert im akuten Impuls den Schutz (App löschen, VPN aus, Zweitgerät) → sofortiger Rückfall. S3 W3 Cooldown (24 h/6 h) hält Schutz im Impuls aktiv (REQ-PROT-006); Tamper-Lock Android (REQ-PROT-003); RebreakMagic-Lock (REQ-MAGIC-001/002); Geräte-Limit + Lock bei Wechsel (REQ-AUTH-002). PROT-006, MAGIC-001/002, AUTH-002 Mittel — kein Schutz ist 100% (Bargeld, fremde Geräte) — bewusste Grenze (Dok 01 §7).
R-BYP-02 Uhr-Manipulation am Gerät umgeht Cooldown → vorzeitige Deaktivierung. S3 W2 Server-time-authoritativer Cooldown (REQ-PROT-007). PROT-007 Niedrig — serverseitig abgesichert.
R-BYP-03 Gegenteiliges Risiko: legitimer Ausstieg nach Cooldown scheitert (Device-Admin/Tamper-Lock blockt Deinstallation) → User „eingesperrt", Autonomie-/Vertrauensverlust, ggf. Belastung. S3 W2 Disarm-Reihenfolge: Tamper-Lock + Device-Admin vor disable() (REQ-PROT-008); 24 h-Release abbrechbar (REQ-MAGIC-002). PROT-008, MAGIC-004 Mittel — ethisch + haftungsrelevant: Selbstbindung darf nicht zur Falle werden. [Profi-Validierung]. Labeling Dok 07.
R-BYP-04 User will Custom-Domain im Klar-Moment entfernen, kann es designbedingt nicht → Frustration, ggf. Vertrauensverlust. S2 W2 Bewusstes Anti-Impuls-Design (REQ-PROT-012); Team-Removal-Pfad; sanfte Lyra-Erklärung. PROT-012 Niedrig — gewollt; Support-Pfad nötig.

2.4 Datenschutz / Art-9-Datenleck (Spiegelung zu Dok 08 — Owner: Hans)

Diese Zeilen spiegeln die datenschutzrechtlichen Befunde aus Dok 08 (Hans Müller) in die ISO-14971-Logik. Datenschutz-Maßnahme und Risikomaßnahme sind hier oft deckungsgleich (Dok 08 §2.2 weist explizit darauf hin). Owner der Umsetzung: Hans / rebreak-backend — hier nur als Patientensicherheits-/Schadens-Risiko geführt.

ID Gefährdung → Schädigung S W Maßnahme REQ Restrisiko
R-DATA-01 Leak gespeicherter Credentials/Account-Daten → Identifizierung als „Sucht-App-Nutzer" → realer Schaden (Stigma, Arbeitsplatz, Versicherung; Erw.gr. 75). S3 W1 AES-256-GCM at rest (REQ-MAIL-007); Hosting DE/EU (REQ-NFR-001); Supabase self-hosted. Owner Hans: Dok 08 §2.1/§2.5. MAIL-007, NFR-001 Mittel — Pentest/BSI offen (Dok 08 §3).
R-DATA-02 Mail-Agent verarbeitet mehr als nötig (Body-Inhalte, Treffer-Persistenz) → übermäßige Art-9-Datenhaltung. S3 W2 Datenminimierung: nur Absender/Betreff (REQ-MAIL-005). Owner Hans: Dok 08 §2.1 „zu verifizieren". MAIL-005 Offen — Umfang im Code zu belegen (Dok 08 H5).
R-DATA-03 Postfach-Scan ohne tragfähige Einwilligung → Rechtsverstoß + Vertrauensbruch. S3 W1 Consent-Gate consent_at, kein Scan ohne Consent (REQ-MAIL-006). Owner Hans: Dok 08 §2.1. MAIL-006 Niedrig-Mittel — Consent-Text-Qualität zu prüfen.
R-DATA-04 Lyra extrahiert heimlich Demografie/Profildaten aus Chats → Zweckbindungsbruch, intransparente Profilbildung. S2 W2 Strikte Narrativ/Profil-Trennung im Prompt (REQ-LYRA-006, REQ-DEMO-002). Owner Hans: Dok 08 §2.2 (vorbildlich). LYRA-006, DEMO-002 Niedrig — Prompt-gesteuert; negativer Testfall fehlt (Dok 05b §2.5).
R-DATA-05 Übermittlung von Art-9-Chatinhalten an US-Subprozessor (Groq) inkl. direkter Identifikatoren → Drittland-Transfer-Risiko, FISA-702-Exposition. S3 W2 Pseudonymisierung vor Transfer, kein Klarname/E-Mail/User-ID (REQ-LYRA-007); SCC + TIA + ZDR (REQ-NFR-002). Owner Hans: Dok 08 §2.2 (K1K3, Kritisch). LYRA-007, NFR-002 HOCH bis Pseudonymisierung + ZDR stehen (Dok 08).
R-DATA-06 DiGA-Auswertungsdaten (SOS-Sessions volle Chats, Urge-Logs, Demografie) ohne klare Rechtsgrundlage/Löschkonzept → Art-9-Haftung. S3 W2 Rechtsgrundlage lit. a → lit. h ab DiGA-Listung (Dok 08 §2.7, hängt an Dok 01); Lösch-Endpoint (REQ-DEMO-004, REQ-NFR-003). Owner Hans. LYRA-010, SOS-004, DEMO-001/004 Mittel — VVT/DSFA offen (Dok 08 H1/H2).
R-DATA-07 Anonymitätsbruch: Klarname/E-Mail leakt in Community/DM/Realtime/Push/Logs → De-Anonymisierung eines Sucht-Betroffenen. S3 W2 Anonymität-by-Design (Nickname-only, REQ-COMM-005); Moderation (REQ-COMM-004). Owner Hans: Dok 08 §2.4 (Payload prüfen). COMM-005, COMM-004 Mittel-Hoch — ungetestet (Dok 05b §2.3). Ein Leck bricht den ganzen Schutz.
R-DATA-08 Betroffenenrechte (Löschung) unvollständig (Soft-Delete, kein OAuth-Revoke, kein Groq-Delete) → Daten überdauern Widerruf. S2 W2 Echtes Cascade-Delete + Provider-Revoke (REQ-NFR-003). Owner Hans/Backend: Dok 08 H4. NFR-003 Mittel — Umsetzung offen.

2.5 Mail-Filter-Fehlfunktion

ID Gefährdung → Schädigung S W Maßnahme REQ Restrisiko
R-MAIL-01 Trigger-Mail wird nicht erkannt (False Negative) → Casino-Werbung erreicht User, Rückfall-Auslöser. S3 W3 Mehrstufiger gewichteter Score + Brand-Token-Matching + Echtzeit-Daemon (REQ-MAIL-001/002/003). MAIL-001/002/003 Mittel — kein Filter ist vollständig; Labeling „erschwert" (Dok 01 §7).
R-MAIL-02 Legitime Mail wird gelöscht (False Positive) → Datenverlust (z.B. Rechnung, persönliche Mail). S2 W2 Whitelist (REQ-MAIL-004); deterministische Schwelle; Hard-Block erst ab Score ≥ 80 (REQ-MAIL-003). MAIL-003/004 Mittel — Verlust irreversibel falls permanent gelöscht. Verhalten je Provider prüfen (05b §2.7).
R-MAIL-03 LLM-gestützte Mittelband-Klassifikation (Score 2579) → nicht-deterministisches Lösch-/Pass-Verhalten + ggf. Inhalt an LLM. S2 W2 Deterministische Schwellen dominieren; LLM nur eng begrenzt; Datenschutz-Bewertung des LLM-Pfads (an R-DATA-05). MAIL-003 Mittel — Eval des Mail-LLM-Pfads offen.

2.6 Spiele / SOS-Werkzeuge

ID Gefährdung → Schädigung S W Maßnahme REQ Restrisiko
R-SOS-01 Ablenkungs-Spiele mit Punkten/Ranking triggern bei manchen Betroffenen Glücksspiel-ähnliche Belohnungsschleifen → kontraproduktiv. S2 W2 Bewusst Skill-Spiele, kein Zufall/Glücksspiel (REQ-SOS-003); keine Geld-/Wett-Mechanik. Klinisch zu prüfen (Dok 06). SOS-003 Mittel — individuell variabel. [Gründer-Entscheidung] + klinisch validieren.

3. Top-Risiken (Priorisierung für Gründer & Profi)

In absteigender Priorität — das sind die Zeilen, die den größten Handlungsbedarf markieren:

  1. R-LYRA-01 — verpasste Krise/Suizidalität (S4). Höchster Schweregrad, und die risikomindernde Maßnahme (deterministische Crisis-Detection + LLM-Eval) ist noch nicht gebaut (bestätigt durch Dok 05b §1.4). Dies ist der wichtigste Einzel- Punkt der gesamten Akte.
  2. R-DATA-05 — Art-9-Chatinhalte an Groq/USA (S3, Hoch). Drittland-Transfer sensibelster Daten; bleibt kritisch, bis Pseudonymisierung + ZDR + SCC/TIA stehen (Owner Hans, Dok 08 §2.2).
  3. R-DATA-07 — Anonymitätsbruch (S3). Ein einziges Klarnamen-Leck de-anonymisiert einen Sucht-Betroffenen; aktuell ungetestet (Dok 05b §2.3, Dok 08 §2.4).
  4. R-FALSE-01 — falsche Sicherheit bei inaktivem Schutz (S3). User verlässt sich auf Schutz, der (z.B. nach OS-Kill) eine Lücke hat.
  5. R-BYP-03 — Selbstbindung wird zur Falle (S3). Das ethisch heikle Gegen-Risiko: legitimer Ausstieg nach Cooldown muss zuverlässig funktionieren.
  6. R-MAIL-02 — irreversibles Löschen legitimer Mail (S2, aber irreversibel).

4. Offene Aktivitäten (Risikomanagement-Prozess)

# Aktivität Owner Bezug
RM-1 Formale FMEA/Risikoanalyse mit S/W-Werten + Akzeptanzkriterien Profi + Gründer ISO 14971 §57
RM-2 Deterministische Krisen-/Suizid-Detection + Lyra-LLM-Eval-Suite spezifizieren Gründer + Backend + klinisch R-LYRA-01/03/06, Dok 05b
RM-3 Verifikations-Testfälle je Risikomaßnahme definieren (Maestro/Vitest-Mapping) Ahmed Dok 05b §3.3
RM-4 Anonymitäts-Invarianz-Test (kein PII in API/Realtime/Log) Backend + Hans R-DATA-07
RM-5 Restrisiko-Nutzen-Abwägung (gesamt) Gründer + Profi + klinisch ISO 14971 §8
RM-6 Risiken → Warnhinweise/Gebrauchsanweisung überführen Marlene (Dok 07) ISO 14971 §7.1(3)
RM-7 Datenschutz-Risiken (R-DATA-*) in DSFA spiegeln Hans Dok 08 H2

5. Andockpunkte (Koordination)

Dieses Dokument (Risiko) Andockpunkt
Jede Risikomaßnahme verweist auf eine REQ-ID Dok 03 Requirements (Spalte REQ)
Sicherheitsrelevante Risiken brauchen Verifikations-Testfälle Dok 05b Test (Ahmed) §3.3 — Mapping-Anker geliefert
R-DATA-* spiegeln Dok-08-Befunde in ISO-14971 Dok 08 Datenschutz (Hans) §2.2/§2.4 — Maßnahmen deckungsgleich
Schweregrad-Anhebung durch Krisennähe; Wirksamkeits-/Spiel-Risiken Dok 06 Klinische Bewertung (Uni Bremen)
Risiken → Warnhinweise Dok 07 Gebrauchsanweisung/Labeling
Risikoklasse beeinflusst Software-Sicherheitsklasse Dok 02 Klassifizierung + Dok 05 (IEC 62304)

6. Quellen / Normen

  • ISO 14971 (Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte).
  • IEC 62304 §4.3 (Software-Sicherheitsklassen), §7 (Risikomanagement-Software-Items).
  • MDR (EU) 2017/745, Anh. I GSPR §§ 39, §17.
  • DSGVO Art. 9, Erw.gr. 75 (Schaden bei besonderen Kategorien) — via Dok 08.
  • Interne Quellen: apps/rebreak-native/lib/protection.ts, lib/sosPrompts.ts, backend/server/api/coach/*, backend/server/utils/mail-classifier.ts, backend/MAGIC_API.md, Dok 01/03/05b/08.

v0-Erstliste. Schweregrad-/Wahrscheinlichkeits-Werte sind Priorisierungs-Hypothesen, keine abgenommene Bewertung. Risikoakzeptanz und Nutzen-Risiko-Abwägung sind [Gründer-Entscheidung] + [Profi-Validierung].